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          • Autorenlesung mit Liz Kessler im Literaturhaus Stuttgart
            • Autorenlesung mit Liz Kessler im Literaturhaus Stuttgart

            • Am 27. März 2026 besuchten die Zehntklässler der Realschule Weil der Stadt eine besondere Autorenlesung im Literaturhaus Stuttgart. Zu Gast war die britische Autorin Liz Kessler, die aus ihrem bewegenden Roman „Als die Welt noch uns gehörte“ las. Die Lesung fand auf Englisch statt, wurde jedoch übersetzt. sodass alle dem Inhalt gut folgen konnten.

              Neben ausgewählten Textstellen aus dem Buch gab sie vor allem interessante Einblicke in die Entstehungsgeschichte ihres Romans. Musik spielt in ihrem Schreibprozess eine wichtige Rolle: Bevor sie mit dem Schreiben eines Buches beginnt, erstellt sie zunächst eine passende Songliste, um sich in die richtige Stimmung zu versetzen.

              Ein zentraler Beweggrund für das Schreiben des Buches liegt in ihrer eigenen Familiengeschichte: Ihr Vater stammt aus Wien – genau wie die drei Hauptfiguren im Roman. Während der Zeit des Zweiten Weltkriegs konnten er und seine Eltern bei einer hilfsbereiten englischen Familie Zuflucht finden und so überleben. Mit ihrem Buch wollte Liz Kessler diese Geschichte noch zu Lebzeiten ihres Vaters festhalten und zugleich ihre in Auschwitz ermordete Tante ehren.

              Die Idee zu dem Buch trug die Autorin bereits etwa zehn Jahre lang mit sich, bevor sie mit der konkreten Arbeit begann. Für die Recherche reiste sie zwei Jahre lang durch insgesamt fünf Länder. Besonders eindrücklich schilderte sie ihren Besuch im Konzentrationslager Auschwitz, das sie als „den grausamsten Ort der Welt“ bezeichnete. Trotz der emotional belastenden Recherchereise gab es auch positive Momente – etwa den Besuch des Praters in Wien. Dort ließ sie schließlich auch die Handlung ihres Romans beginnen.

              Beeindruckend war auch der Schreibprozess selbst: Den ersten Entwurf ihres Buches verfasste Liz Kessler innerhalb von nur fünf Wochen. Sie erklärte außerdem, dass sie sich bewusst ist, wie aufwühlend und traurig das Buch für Leserinnen und Leser sein kann. Für sie selbst sei das Schreiben jedoch noch viel intensiver gewesen – sie habe die Geschichte „tausendmal so traurig“ durchlebt, da sie eine sehr starke Verbindung zu ihrer eigenen Herkunft spürte. Dennoch betonte sie, dass alle Figuren des Romans fiktiv seien.

              Die Lesung war insgesamt sehr persönlich und besonders bewegend war der Moment, als ein Video ihres Vaters gezeigt wurde. Darin richtete er eine eindringliche Botschaft an die Zuhörerinnen und Zuhörer: „So etwas darf nie mehr passieren!“

              Zum Abschluss der Veranstaltung betonte Liz Kessler, dass sie ihre Lesungen gerne mit einer “happy question“ beenden möchte. Auf die Frage, wie sie es finde, dass ihr Buch so erfolgreich sei und inzwischen sogar Prüfungslektüre an Realschulen in Baden-Württemberg geworden ist, antwortete sie sichtlich gerührt: Dies sei “the honor of my life“.

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